Selbstwirksamkeit versus Glaube

Katja erzählt – Selbstwirksamkeit vs. Glaube

Lesezeit ca. 3 – 4 Minuten

Ich verstehe immer mehr was mit mir passierte.

Ich verstehe immer mehr was in der Freikirche mit mir passiert ist. Wie wichtig das Bewusstsein um die Selbstwirksamkeit für das Selbstbewusstsein und die Freude am Leben ist, wird mir immer klarer.

Bevor ich zum Glauben kam hatte ich das einfach. Ich freute mich über kleine und größere Erfolge und habe mich als ziemlich selbstwirksam erlebt. Das kam vor allem daher, dass ich eine Oma hatte die von meinen Fähigkeiten Dinge anzugehen, von Herzen begeistert war. Das führte, so habe ich es damals empfunden, zu einem gesunden Selbstbewusstsein.

Du kannst dir den Text hier von mir vorlesen lassen, dazu einfach auf den Pfeil im Balken links klicken:

Selbstwirksamkeit und Glaube.

Selbstwirksamkeit und der Glaube, den ich kennen gelernt habe, schließen sich jedoch gegenseitig aus. Denn es wurde gebetet was das Zeug hält und dann gewartet und Geduld geübt. Ja, geduldig sein, dass war für mich als initiativer Mensch immer eine große Herausforderung. Das führte zur inneren Zerrissenheit, denn versuchte ich mit jemanden darüber zu sprechen, war ich es die falsch war und nicht die Art und Weise, mit der in der Gruppierung mit den Herausforderungen umgegangen wurde.

Was mich auch immer wieder mal bewegt und beschäftigt, ist das mir sogar bewusst war, zu welchem Zeitpunkt es begann, dass ich mir die Freude am eigenen Erfolg regelrecht abtrainierte. Ich hatte ein sehr großes Schild für eine Veranstaltung, mit Farbe und Pinsel angefertigt. Ich hatte bei der Herstellung viel Freude und vor allem das Gefühl, dass ich etwas Besonderes produziere. Das Resultat hat mir gefallen. Das Schlimme an dieser Erinnerung ist, dass ich mir den Stolz auf diese Sache nicht erlaubte. Denn, alle Ehre gehörte Gott.

Ist es Sackgasse oder Weg?Es ist mir immer noch peinlich.

Schreibe ich diese Zeilen, ist es mir unangenehm, dass ich so gehandelt und gedacht habe. Ich kann mich nicht dagegen wehren, dass es mir immer noch peinlich ist. Ich war damals Mitte zwanzig und bevor ich zum Glauben kam hatte ich schon Jahre ganz selbständig gelebt. Mich um meine Angelegenheiten gekümmert und hatte in verantwortungsvollen Jobs gearbeitet.

Angst vor dem Neuen.

Ich höre immer wieder, dass viele Menschen, die aus Sekten oder fundamentalistischen Freikirchen austreten nicht mehr in ein selbstbestimmtes Leben zurückfinden. Zu stark sind die Prägungen und alles was auf sie zukommt macht große Angst. Ist mir ja mit vielen eigentlich normalen Dingen auch so gegangen.

Da ich wusste, dass vieles im Gehirn passiert und das Unbekannte ja generell ein mulmiges Gefühl erzeugt, habe ich mich den Herausforderungen gestellt. Ich habe mir immer wieder klar gemacht, dass die Gefühle die ich habe mir nichts anhaben. Das liest sich leicht, doch es war ganz und gar nicht einfach. Ich empfand es als äußerst anstrengend. Die Erschöpfung die daraus resultierte machte es nicht leichter.

Da ich durch meine Entwicklung und meine Initiative der letzten zehn Jahre nun wieder erlebe, dass ich mein Leben gestalten kann, erlebe ich zwar hin und wieder noch Tage, die nicht so einfach sind und fühle mich manchmal auch zurückgeworfen, doch der Schritt in das deutlich angenehmere Gefühl der Klarheit und des Bewusstseins um die Selbstwirksamkeit, also dass ich mein Leben gestalte, geht immer schneller und leichter.

Hier findest du die Definition von Selbstwirksamkeit.

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